Filterblase

12.10.2017
Medianezz-Thema

Den Begriff „Filterblase“ prägte der Internetaktivist Eli Pariser mit seinem Buch „The Filter Bubble: What the Internet is Hiding from You“ (2012). Die Filterblase bezieht sich auf die Verwendung von Algorithmen, durch die ein Nutzer nur bestimmte Inhalte angezeigt bekommt. Bekannt ist diese Situation bei der Google-Suche oder auf Facebook. Die Algorithmen analysieren das bisherige Nutzungsverhalten und rufen Informationen auf, die die entsprechende Person interessiert.
Die Blase wird aber nicht nur durch Algorithmen bestimmt. Auch die eigene Nutzung sorgt für eine Isolierung. Die Interessenschwerpunkte legt jede Person für sich selbst fest: wir markieren bestimmte Facebook-Seiten mit „gefällt mir“ und folgen nur ausgewählte Blogs. „Andersartige“ Informationen werden so mehr und mehr ausgeschlossen.

Wissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz haben nun jedoch nachgewiesen, dass die Bedeutung von Facebook überschätzt wird. In ihrer empirischen Studie "Ganz meine Meinung? Informationsintermediäre und Meinungsbildung" zeigen sie auf, dass Facebook-User sich genauso wie Nicht-User aus unterschiedlichen Quellen informieren. Dazu gehören die klassischen Medien (Zeitung, Fernsehen, Radio) ebenso wie Gespräche mit anderen.

Möchte man trotzdem sicher gehen, dass man nicht in einer Blase steckt, kann man andere Themenfelder und Akteure beobachten und kontaktieren. Man kann in diverse Facebook-Gruppen eintreten, neuen Twitter-Accounts folgen und andere Blogs als gewohnt lesen und kommentieren.

Die Filterblase kann womöglich dazu führen, dass Meinungen und Ereignisse ausgeblendet werden. Sie kann aber auch als Schutzmechanismus verstanden werden, die uns in der Informationsflut die Möglichkeit gibt, eine Übersicht zu schaffen.

Weitere Informationen zum Thema bietet die bürger- und verbraucherorientierte Broschüre „Dein Algorithmus – meine Meinung: Algorithmen und ihre Bedeutung für Meinungsbildung und Demokratie“ von Frau Professor Dr. Katharina Zweig, die von der Bayrische Landeszentrale für neue Medien (BLM) herausgegeben wurde.

Text: Sakip Ahmed Özcan