Das Internet-ABC macht Kinder fit fürs Surfen – Projektbeispiel Schule am Kreßberg

Im Profil der Schule am Kreßberg hat die Medienerziehung seit vielen Jahren einen festen Platz. Vor bald zwei Jahren begannen wir die umfassenden, kostenfreien Materialien des Internet-ABCs in den Klassenstufen 3 bis 6 unserer Grund-, Haupt- und Werkrealschule durchgängig einzusetzen. Das Angebot des Internet-ABC e.V. unterstützt uns bei der abwechslungsreichen Vermittlung von Medienkompetenz und setzt dabei bereits zu Hause an – es bietet sogar für Eltern praktische Hilfen und Informationen. Das spielerische Konzept, das den interaktiven Aufgaben und Arbeitsblättern zu Grunde liegt, kommt bei den Kindern im Unterricht sehr gut an. Schülern den sicheren Umgang mit dem Internet beizubringen, ist für uns, in unserer von Medien geprägten Welt, ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungsauftrags.
Umso mehr haben wir uns über die Auszeichnung der LFK gefreut, die Schulleiter Köhnlein auf der Didacta entgegennehmen durfte, genauso darüber, als Schule am Kreßberg das Siegel Internet-ABC Schule 2014/2015 auf unserer Homepage tragen zu dürfen. Das Siegel würdigt den Einsatz unserer Schule, Schüler fit zu machen fürs Internet.

Das Angebot des Internet-ABC e.V. und die Materialien im Überblick
Kern des Angebots ist die werbefreie Internetseite für Kinder und Eltern, www.internet-abc.de. Dort werden im Lexikon Fachbegriffe erklärt, es gibt Game- und Lernsoftwaretipps und unter „Computer & Internet“ finden die Kinder vier Themenpakete zum selbständigen oder gemeinsamen Lernen. Es sind „Missionen“, auf denen Kapitän Eddie – die Leitfigur – die Kinder begleitet und ihnen dabei spielerisch Internetkompetenz vermittelt.
Die Missionen und Aufgaben gibt es nicht nur online, sondern auch auf der kostenfreien Lernspiel-CD-Rom. So kann das Material sogar an Computern eingesetzt werden, an denen kein Internetanschluss vorhanden ist.
Eine Mission besteht aus mehreren Kapiteln und ist eine Mission gelöst, kann der Lehrer den Kindern eine Urkunde mit ihrem Namen ausdrucken.
Motivierend ist für Kinder außerdem, erlerntes Wissen abschließend beim Internet-abc-Surfschein unter Beweis zu stellen. Den Surfschein können sich die Kinder dann mit ihrem Namen ausdrucken.
Analog zu den Kapiteln mit jeweils rund sieben bis zehn Stationen gibt es Arbeitsblätter und eine Aufgaben-Checkliste zum Abhaken. Somit ist man beim unterrichtlichen Einsatz des Materials sehr flexibel.
Passend zu jeder Aufgabe, die auf der Internetseite oder CD-Rom gelöst werden kann, gibt es Eltern- und Lehrerhinweise und eine eigene Elterninformationsseite mit vielen weiterführenden Informationen und Links. Das Wichtigste, das Eltern für den „Einstieg von Kindern ins Netz“ wissen müssen, wird in kompakten Broschüren zusammengefasst.
Das komplette Materialpaket wurde uns kostenlos von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) zugesandt: Lehrerhandbücher, CD-Roms für jeden Schüler und Broschüren für die Eltern.
 
 
So setzen wir die Materialien des Internet-ABCs im Unterricht ein
In den dritten und vierten Klassen arbeiten die Kinder wöchentlich in einer Deutschstunde mit dem Unterrichtsmaterial - meist in drei Blöcken innerhalb eines Schuljahres von etwa acht bis neun Wochen.

Das Wissen ist kindgerecht verpackt: Die Leitfigur „Kapitän Eddie“ begleitet sie durch die „Missionen“ und hilft ihnen die Aufgaben alleine oder in Gruppen zu meistern.
In unseren Deutsch-Computerstunden dürfen die Schüler in Zweier- bis Dreiergruppen an den Stationen eines Kapitels in individuellem Tempo arbeiten. Das empfiehlt sich, da die Schüler einer Klasse meist sehr unterschiedliche Leistungsstände im Umgang mit dem Computer vorweisen. Im Flüsterton sollen sie sich gegenseitig helfen. Zu jedem Kapitel gibt es eine Checkliste, mit der der Lehrer die Übersicht behält, an welcher „Station“, eine Gruppe gerade ist, also welche Aufgaben bereits gelöst wurden.
In der vierten Klasse kommt eine Gruppe beispielsweise zu mir, wenn der Text durchgelesen oder angehört und die Aufgabe richtig gelöst wurde. Ich hake die Checkliste ab und gebe das OK zum Ausdrucken. Statt die interaktiven Aufgaben zu lösen, haben die Kinder auch in manchen Kapiteln die Arbeitsblätter bearbeitet. Die interaktiven Aufgaben können von den Schülern auch als Hausaufgabe bearbeitet werden: online oder auf CD-Rom.  

Jede Station eines Kapitels beinhaltet einen Informationstext zum Lesen oder Anhören. Anschließend können die Schüler in interaktiven Aufgaben überprüfen, ob sie gut aufgepasst haben. Fehler werden direkt angezeigt und die Aufgabe kann verbessert werden. Durch die direkte Rückmeldung nach dem Aufgabenlösen, eignet sich das Unterrichtsmaterial hervorragend für den Unterricht in individuellem Tempo.

Unsere Schüler waren mit Begeisterung bei der Sache. Es machte ihnen auch Spaß zu zweit oder zu dritt die Aufgaben zu meistern. Zwei Dinge habe ich im Unterricht mit dem Internet-ABC ergänzend als Ritual eingeführt: Zum einen den gemeinsame Beginn in einer „Startphase“  und den abschließenden Eintrag in ein Computer-Lerntagebuch in Word – zumindest in der vierten Klasse. Zum anderen gibt es „Expertenpunkte“, wenn eine Gruppe als Erste eine Station bearbeitet hat. Sie bekommen von mir eine „Checker-Kappe“ auf den Rechner. Andere Schüler sehen so, wen sie bei der Aufgabe um Unterstützung bitten können – so werde ich als Lehrerin entlastet. Und die Kinder sind durch die Vergabe meiner  „Expertenpunkte“ zusätzlich motiviert.
 
In der fünften und sechsten Klasse, bearbeiten die Schüler mit meinem Kollegen vorwiegend die aufbauenden Missionen, beispielsweise zu sozialen Netzwerken oder zum Thema „Chat: Oder Gespräch im Internet“. Bei Bedarf werden vergessene Missionen wiederholt, so dass der Surfschein von jedem Schüler auch wohl verdient getragen wird.

Informationsabend und Broschüren des Internet-ABCs für Eltern
Letztes Schuljahr durften auch die Eltern die Schulbank drücken – freiwillig natürlich. Damit Eltern die Chancen und Gefahren des Internets kennen lernen, veranstaltete die Schule am Kreßberg den Internet-ABC-Elterninformationsabend. Mit Hilfe der Broschüren und der Internetseite kann der Informationsabend selbst von der Schule vorbereiten werden, dies übernehmen jedoch auch Internet-ABC-Referenten für interessierte Schulen.
 
Internet-ABC-Siegel  - Bewerbung und Vergabe
Dem Schulleiter der Schule am Kreßberg, S. Köhnlein, liegt die Medienerziehung schon seit Jahren am Herzen. So gibt es eine Computer-AG und aufgrund des Schulprofils wird in einer Deutschstunde pro Woche der Medien- und Computerumgang gezielt gefördert. Diese Stunde konnten wir für den Einsatz der Internet-ABC-Materialien in den Klassen 3 und 4 ideal nutzen. Zur Bewerbung als Internet-ABC-Schule gehören der Einsatz des Unterrichtsmaterials und das Absolvieren des Surfscheins von jedem Schüler, die Durchführung eines Elterninformationsabends und bei Bedarf eine Lehrerschulung dazu. Nach unserer Bewerbung konnte Rektor S. Köhnlein nun im März im Rahmen der DIDACTA das Siegel „Internet-ABC-Schule entgegennehmen. Sogar jedes Kind bekam eine kleine Anerkennung, die wir im Internet-ABC-Unterricht den begeisterten Schülern überreichten.
 
 
Tabea Rügamer – Lehrerin an der Schule am Kreßberg und Multimediaberaterin
 
 

Aus der ersten Ausgabe von Kreßbergs Schülerzeitung – online:

Fit fürs Surfen
Im letzten Schulhalbjahr haben wir, die Viertklässler der Schule am Kreßberg, uns im Deutsch- und Computerunterricht fit gemacht fürs Internet. Geholfen hat uns dabei Kapitän Eddie vom Internet-ABC.  Sicher Surfen und Navigieren – das will gelernt sein! Internet-ABC ist ein Verein der von 13 Landesmedienanstalten getragen wird. Er stellte unserer Schule kostenfrei Material zur Verfügung: die Missionen mit Kapitän Eddie auf CD-Rom und im Internet auf www.internet-abc.de. Dort gibt es auch ein Lexikon mit Computer-Fachbegriffen, Spielen und man kann einen Surfschein ablegen. Jeder bekam sogar eine CD-Rom geschenkt.

 
> http://www.schule-am-kressberg.de/486.0.html

Lernziele/Projektziele:
Medienrezeption, Medienauswahl, Medienethik